Massendaten

Bedeuten viele Daten auch einen großen Mehrwert?

Wärmezähler liefern künftig mehr als nur einen Wert im Jahr. Aber wie viele Daten braucht es wirklich und welche Mehrwerte gibt es? Eine Übersicht.

• 4 Min. Lesezeit • von Marc Hager
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Bedeuten viele Daten auch einen großen Mehrwert?

Wärmezähler liefern künftig mehr als nur einen jährlichen Wert. Aber wie viele Daten braucht es wirklich, und welche Vorteile bieten sie für die datengestützte Netzoptimierung?

Die Digitalisierung der Wärmeversorgung schreitet voran, und Versorger haben nun die Möglichkeit, massenhaft Energiedaten zu erheben. Diese Daten bieten erhebliche Mehrwerte für Versorger und Verbraucher. Obwohl die Fernwärme- und Fernkälteverordnung (FFVAV) keine spezifische Datenauflösung vorschreibt, sind mindestens Monatswerte erforderlich, um Verbrauchsmitteilungen zu erstellen. Höhere Auflösungen, wie stündliche oder minutengenaue Daten, sind technisch möglich und in der Praxis bereits weit verbreitet.

Monatswerte bieten bereits einen deutlichen Mehrwert gegenüber jährlichen Werten. Sie ermöglichen es, witterungsbedingte Einflüsse besser zu erkennen und erste Hinweise auf Optimierungspotenziale zu geben. Dies hilft Versorgern, Probleme frühzeitig zu identifizieren und wirtschaftliche Instandsetzungsmaßnahmen zu planen. Die Datenhaltung und -nutzung ist mit Standardlösungen wie Tabellenkalkulationsprogrammen machbar.

Stundenwerte durchbrechen eine wichtige Grenze. Sie ermöglichen nicht nur die Erkennung von Optimierungspotenzialen, sondern auch die Ableitung von Ursachen und Maßnahmen. Mit diesen Daten erhalten Versorger ein klares Bild über den Zustand der Hausstationen und können kostengünstige Maßnahmen zur Verbesserung der Netzperformance identifizieren. Die Datenverarbeitung erfordert spezielle Softwarelösungen, da einfache Tabellenkalkulationen nicht ausreichen.

Minutenwerte bieten eine tiefgehende Analyse der Netzkomponenten. Sie ermöglichen es, detaillierte Probleme zu identifizieren, die bei einer Vor-Ort-Inspektion oft unentdeckt bleiben. Diese Daten liefern ein differenziertes Bild über jedes Asset und jeden Abnahmepunkt, wodurch spezifische Wärmeverluste und ineffiziente Systeme genau analysiert werden können. Die Datenhaltung ist zwar aufwendiger, aber der Nutzen überwiegt die zusätzlichen Kosten.

Wärmekunden: Für Versorger eröffnen die Daten neue Dienstleistungen und Geschäftsfelder. Smarte Services, die kostenlos oder im Rahmen eines Wartungsvertrags angeboten werden, erhöhen die Bereitschaft der Kunden zur technischen Optimierung ihrer Gebäude. Die Daten ermöglichen gezielte Einsparmaßnahmen wie die Anpassung von Regelparametern, die Wartung verkalkter Boiler oder die Optimierung der Zirkulationszeiten.

Fazit: Von Jahreswerten bis hin zu minutengenauen Daten bieten alle Messintervalle einen erheblichen Mehrwert. Während niedrigere Auflösungen Indikatoren für Optimierungspotenziale liefern, ermöglichen höhere Auflösungen die genaue Bestimmung von Ursachen und die Entwicklung effektiver Maßnahmen. Die Digitalisierung der Wärmenetze schafft somit die Grundlage für eine effizientere und nachhaltigere Energieversorgung.

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